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4.2 Methodik

Phase I (Erfassung und Erstbewertung)

(1) Für Flächen, für die aufgrund ihrer Nutzung oder anderer Hinweise ein Verdacht auf Kontaminationen besteht (KVF), wird zunächst die Lokalität erfasst. Dann werden weitere relevante Informationen gesammelt, eine Kontaminationshypothese erstellt und dokumentiert. Bestätigt sich im Rahmen der anschließenden Erstbewertung durch die Bundeswehr bzw. die Bauverwaltung dieser Verdacht nicht, scheidet die Fläche aus der weiteren Bearbeitung aus. Bleibt der Verdacht bestehen, erfolgt die Bearbeitung in der Phase IIa.

Phase IIa (Orientierende Untersuchung)

(2) Aufgabe der orientierenden Untersuchung ist es, mit angemessenem Aufwand den Kontaminationsverdacht zu überprüfen und eine erste Gefahrenbeurteilung vorzunehmen. Liegt danach keine oder nur eine geringfügige Kontamination vor, scheidet die Fläche aus der Bearbeitung aus. Bestätigt sich der Kontaminationsverdacht, folgt in der Regel die Phase IIb (Detailuntersuchung). Ist bereits nach der Phase IIa eine Gefahrensituation konkret erfassbar, kann sich auch unmittelbar die Sanierungsplanung (Phase IIIa) anschließen.

Phase IIb (Detailuntersuchung)

(3) Die Detailuntersuchung umfasst eine eingehendere Erkundung zur Überprüfung und Quantifizierung der konkreten Hinweise auf das Vorliegen einer Altlast oder schädlichen Bodenveränderung bzw. Gewässerverunreinigung. Sie mündet in der abschließenden Gefährdungsabschätzung, die darüber befindet, ob Gefahrenabwehrmaßnahmen erforderlich sind.

Phase IIIa-c (Sanierungsplanung, Durchführung, Nachsorge)

(4) Die Phase III wird in drei Abschnitte IIIa bis IIIc unterteilt (s. Abb. 4-1) und umfasst sämtliche technischen und administrativen Arbeiten zur Entscheidungsvorbereitung im Rahmen der Wirtschaftlichkeit und Verhältnismäßigkeit zur Planung und Ausführung von Sanierungsmaßnahmen inkl. der Nachsorge nach Abschluss der Arbeiten sowie einer ggf. notwendigen Überwachung.

Technische Machbarkeit und Durchführbarkeitsstudie zu Sanierungsmaßnahmen

Im Rahmen der Sanierungsplanung (Phase IIIa) kann sich die Vorplanung (Phase IIIa-1) neben der Prüfung von Varianten zur technischen Machbarkeit auch auf die Durchführbarkeit von Sanierungsmaßnahmen unter Berücksichtigung verschiedener Nutzungsszenarien und zur Verkaufsvorbereitung erstrecken (s. Leistungsbild Sanierungsplanung, Anhang A-3.1.2). Für die von der Bundeswehr genutzten Liegenschaften gilt dies jedoch nur für Liegenschaften, die – militärisch entbehrlich – zur Abgabe an die BImA anstehen und unter die Durchführungsbestimmung zu § 8 und § 9 der Dachvereinbarung fallen.

„Projektblatt Altlastenmanagement“ der BImA

(5) Das „Projektblatt Altlastenmanagement“ der BImA (Anhang A-13) wird zur Auftragserteilung an die Bauverwaltung für die Bereiche

  • Schädliche Bodenveränderungen/Grundwasser- verunreinigung/Altlasten (BoGwS)
  • Kampfmittelräumung (KMR)
  • Bausubstanz (Um-/Rückbau)
  • Weitere Leistungen: Fachtechnische/sachverständige Unterstützung der BImA (Bereiche: BoGwS, KMR, Bausubstanz)

verwendet.

Besonderheiten bei Aufträgen von der BImA an die Bauverwaltung

(6) Bei Aufträgen der BImA, insbesondere im Rahmen der Konversion, sind die Gefährdungsbeurteilungen häufig nicht nur auf den nutzungsparallelen Zustand auszurichten. Die BImA formuliert im Auftrag die strategischen Zielvorgaben bzgl. der geplanten Nutzung, Verkaufsvorbereitung, Nutzungsänderung und Wertschöpfung. Diese Zielvorgaben sind durch die Bauverwaltung zu berücksichtigen.

(7) Aufgrund der bilanzrechtlichen Vorschriften der BImA sind die verpflichtenden Maßnahmen zur Gefahrenabwehr im nutzungsparallelen Zustand von darüber hinausgehenden Maßnahmen abzugrenzen. Sollte im Zuge von Nutzungsänderungen, Wertschöpfung und/oder verkaufsvorbereitenden Maßnahmen zusätzlicher Aufwand sowohl technisch als auch monetär ermittelt werden, ist dieser gesondert auszuweisen.

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